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Sonntag, 29. April 2012

Beendet

ist er nun, dieser Einsatz: Das Einsatznachbereitungsseminar ist vorbei und damit für meinen Soldaten der letzte Termin, der mit seinem Einsatz zusammen hängt. 

Ich war sehr gespannt, was mein Soldat über das Seminar erzählen würde. 
Viel Zeit für wenig Inhalt, würde ich vorsichtig formulieren. Wohlgemerkt, das sind meine Worte...

Als Sozialstudie wohl ausgesprochen interessant, aber als Nachbereitung (das ist ja eh schon ein recht schwammiger Titel) eher - sagen wir mal - wirkungsfrei. Allerdings auch ohne unerwünschte Nebenwirkungen, wie ich an meinem Soldaten positiv beobachten kann. 

Das Moderatorenteam war wohl gut und auch engagiert, vertraut mit Einsätzen und Seelsorge. Woran es liegt, dass dennoch wenig bei diesem Seminar rüber gekommen ist und wenig effektive Zeit genutzt wurde, kann ich nur spekulieren. Möglicherweise ist es das unklare Ziel, die Frage "Was soll das"? Was ist - pädagogisch ausgedrückt - das Lernziel des Ganzen? Mir hat sich das vorher nicht erschlossen, nachher noch weniger. 
Vielleicht ist es einfach die Idee, noch einmal etwas gemeinsam zu machen. Ein bisschen Seminar, damit es einen offiziellen Charakter hat, die Kosten übernommen werden und fertig.
Aber macht es einen Sinn, etwas gemeinsam zu machen, wenn keine kompletten Einheiten in den Einsatz gehen? Wenn man die Leute später gar nicht mehr wieder sieht, weil sie über ganz Deutschland verteilt sind?
Aber immerhin: Es hat wohl nicht geschadet, aber wobei es nutzen sollte, entzieht sich meinem Verständnis. 
Das ist allerdings bei einigen Dingen im Bezug auf die Bundeswehr so...
Nix Neues also.

Ist es für mich auch beendet?
Was würde ich auf einem ENBSeminar erzählen? 
Ich würde sagen, dass es mir diesmal viel leichter gefallen ist, den Einsatz abzuschließen. Ich habe es diesmal schon nach wenigen Tage gekonnt. Allerdings bin ich noch eine Weile immer wieder in den "Einsatzmodus" verfallen, sobald mein Soldat dienstlich unterwegs war. Da war es dann sofort wieder da, das Gefühl allein zu sein...allerdings gepaart mit dem Gefühl "Heute Abend kann ich mal in Ruhe einen Film gucken" ;)

Dieser Einsatz ist für mich vorbei.

Ich ertappe mich manchmal dabei zu denken: "Wann geht es wieder los?", aber das beschäftigt mich nicht lange. Ich habe einfach überhaupt keine Lust, mir dadurch die Laune verderben zu lassen. Das Leben ist so schön!

Ich werde es erfahren. Früh genug.





2 Kommentare:

  1. Für uns geht es in zwei Tagen gemeinsam zum NBS ;)

    Jedoch wird für die Frauen keine Gesprächsrunde angeboten,da es insgesamt nur drei Damen sind,die ihre Männer begleiten. Sehr sehr schade eigentlich.

    Aber ich muss sagen,ich sehe es wie du: Mit dem letzten Einsatz habe ich abgeschlossen. Schnell und schmerzlos.

    Der erste Einsatz hingegen hat sich für immer eingebrannt und wird immer wieder hochkommen :/

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  2. Ich finde es ist eigentlich eine Frechheit, dass eine Gesprächsrunde deswegen nicht angeboten wird! "Pech gehabt, sie werden nicht betreut, sie sind nicht wichtig genug, lohnt sich für uns nicht." Von Seiten der Bundeswehr würde ich zumindest erwarten, dass es z.B. eine Handreichung mit Gesprächsideen gibt, die man dann in Eigenregie durchziehen kann und ein entsprechender Raum gestellt wird. Und darüber hinaus haben die schließlich ein Moderatorenteam, welches viel Geld für so ein Seminar bekommt, da dürfte doch wenigstens eine Stunde mit den Partnern möglich sein! Zumal die Männer für Besichtigungstouren und abendliche Freizeitbeschäftigung keine Moderatoren brauchen...
    Aber egal (ne, eigentlich nicht!), bei mir ist es wie bei dir: Der erste Einsatz hat sich eingebrannt - für immer, ganz tief drin mit allen Ängsten und Tränen.
    Aber dieser Einsatz war für mich ganz schnell abgeschlossen.
    Immerhin ein Fortschritt! ;)
    Liebe Grüße!

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